rp09 -

re:publica'09
Shift happens!

Referenten
Maik Bohne
Ute Pannen
Programm
Tag 3
Raum Kalkscheune Workshop 2
Beginn 16:00
Dauer 01:00
Info
ID 384
Veranstaltungstyp Vortrag
Track Politik 2.0
Sprache deutsch
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Change Can Happen

Chancen der Übertragbarkeit von Barack Obamas Online-Kampagne auf Deutschland

Ohne Zweifel stieß die Kampagne Barack Obamas in neue Dimensionen der politischen Kommunikation vor. Und dies nicht nur durch ihre schiere Finanzkraft, sondern v.a. durch ihre innovative, online-basierte Wähleransprache. Die Zahlen sind beeindruckend: $750 Mio. Wahlkampfausgaben, über 10 Mio. Freiwillige, über 1 Milliarde versendete Direct Malings und E-Mails, über 100 Mio. YouTube-Views, 2 Mio. Nutzer der eigenen Online-Community MyBo. Alles spricht dafür, dass der Wahlkampf Obamas unzähligen Kampagnen als Best-Practise-Beispiel dienen wird.

Die kommunikative Leistung Barack Obamas wird bis heute zu Recht als außergewöhnlich hervorgehoben. Auch wenn er den Wahlkampf in den USA alles andere als neu erfunden hat, so nahm er die neuen Trends im Bereich des Grassroots Campaignings geschickt auf und fügte sie unter dem Dach einer konsistenten, integrierten Wahlkampfphilosophie zusammen, die man mit dem Motto: „Je persönlicher, desto besser“ prägnant beschreiben kann. Obama und seinem Team ging es nicht nur um strategische Top-Down-Kommunikation mit Wählern. Er hatte sich zum Ziel gesetzt, eine breite Mitmachkultur zu schaffen und mit neuen Formen der Peer-to-Peer-Kommunikation gezielt in die amerikanische Gesellschaft hineinzuwirken. Dabei half ihm das Internet als zentrales Vehikel für das Generieren der drei entscheidenden „Ms“ im Wahlkampf: message, money, mobilization.

Als erster Politiker vernetzte er Web 2.0-Applikationen und Basismobilisierung so zielführend,  dass mittlerweile nicht nur die Politik, sondern auch die Wirtschaft von seiner Kampagne lernen möchte. Allerdings scheint das Interesse an den neuen Formen des Wahlkampfes hierzulande genauso groß zu sein wie die Skepsis, diese Methoden in die deutsche Kampagnenlandschaft zu übertragen.

Im Mittelpunkt unseres Vortrages soll ein analytischer, ideenreicher, aber pragmatischer Blick auf die jüngsten Kampagnen in den USA stehen. Wir wollen Innovationen aus dem Musterland des Wahlkampfes ohne großes Pathos betrachten und die Übertragbarkeit von Online-Strategien und ihrer Tools in Europa so wenig normativ aufgeladen wie möglich diskutieren. Besondere Aufmerksamkeit möchten wir der Rolle von Online-Videos – dem meist genutzten Instrument der Obama-Kampagne -, der Verknüpfung von Online- und Offline-Strategien über eigene Unterstützernetzwerke à la MyBo und neuen Crowdsourcing-Methoden zukommen lassen.